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Systemtheorie soziale Arbeit

Im Bereich der sozialen Arbeit ist die Systemtheorie von großer Bedeutung. Dabei gibt es jedoch nicht nur eine einzige Theorie, denn im Laufe der Zeit haben sich viele Soziologen an einer Systemtheorie versucht. Im Studium der Sozialarbeit begegnen die Studenten somit verschiedenen Systemtheorien, die unter anderem von Niklas Luhmann, Peter Lüssi und Walter Milowitz stammen.

Einführung in die Systemtheorie

Wer sich für die soziale Arbeit interessiert und vielleicht einen entsprechenden Studiengang studieren möchte, sollte sich zunächst mit einer Einführung in die Systemtheorie beschäftigen, um einen ersten Eindruck von der theoretischen Seite der Sozialarbeit zu erhalten. Grundsätzlich können Systemtheorien als Erkenntnismodelle beschrieben werden, die auf bestimmte Phänomene eingehen. In Zusammenhang mit der sozialen Arbeit steht diesbezüglich üblicherweise die Gesellschaft im Mittelpunkt. Die Tatsache, dass die moderne Sozialarbeit beziehungsweise Sozialpädagogik zumeist auf einem systemischen Ansatz basiert, zeigt die Bedeutung der systemtheoretischen Grundlagen für die Soziologie. In der systemischen Sozialarbeit werden Probleme aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und somit mehrere Standpunkte in den Lösungsweg eingebunden.

Die soziologische Systemtheorie

Die soziologische Systemtheorie sieht sich als universelle Theorie, die für alle Formen der Sozialität relevant ist. Als Basis dient dabei die Theorie der Sozialität, der wiederum systemtheoretische Inhalte zugrundeliegen. Niklas Luhmann und Talcott Parsons gelten heute als bedeutende Soziologen im Rahmen der soziologischen Systemtheorie und haben diese nachhaltig geprägt.

Innerhalb der soziologischen Systemtheorie existieren verschiedene Strömungen, zu denen unter anderem der Strukturfunktionalismus gehört. Dieser geht darauf ein, inwiefern Strukturen Individuen bezüglich ihres Verhaltens innerhalb der Gesellschaft beeinflussen. Parsons beschäftigte sich dahingegen mit Handlungen innerhalb sozialer Systeme und ist daher eng mit der strukturell-funktionalen Systemtheorie verbunden. Diesbezüglich spricht man auch vom Systemfunktionalismus.

Die Systemtheorie von Niklas Luhmann

Der deutsche Soziologe Niklas Luhmann entwickelte einen eigenen systemtheoretischen Ansatz, der sich der Gesellschaft widmete und gleichermaßen Mikro- und Makrosysteme betrachtete. Wesentlicher Kern der Theorie ist die Annahme, dass die funktionale Differenzierung das vorherrschende Merkmal der modernen Gesellschaft sei. So bestehe die gesellschaftliche Wirklichkeit aus zahlreichen Teilsystemen, die sich voneinander abgrenzen und dennoch gewissermaßen miteinander in Verbindung stehen. Den Begriff Gesellschaft empfand Luhmann daher als Gesamtheit all dieser Teilsysteme, die in der modernen Gesellschaft dem Prozess der Ausdifferenzierung unterliegen.

Soziale Systeme nach Luhmann

Im Rahmen der Systemtheorie von Niklas Luhmann handelt es sich bei sozialen Systemen um Kommunikation. Die Kommunikation schafft ein soziales System und ist gleichzeitig essentiell für die Existenz eines solchen Systems. Das Kommunizieren stellt bei Luhmann die wesentliche Operation sozialer Systeme dar. Nach Luhmann stellen Gesellschaften, Organisationen und Interaktionen soziale Systeme dar.

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