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Möglichkeiten und Grenzen der Sozialen Arbeit

Die soziale Arbeit schafft eine Verbindung von Sozialpädagogik und Sozialarbeit und widmet sich vor allem sozialen Problemen in Kombination mit der Pädagogik sowie den Bildungswissenschaften. Die Klienten sollen durch eine entsprechende Betreuung in die Lage versetzt werden, ihren Alltag eigenständig zu meistern. Die soziale Arbeit greift auf unterschiedliche Methoden zurück und will die Eigenständigkeit des Klienten wiederherstellen, sicherstellen beziehungsweise fördern. Zu diesem Zweck kommen Maßnahmen aus den Bereichen Erziehung, Bildung, Hilfe und sozialstaatliche Intervention zum Einsatz.

Im Allgemeinen basiert die soziale Arbeit auf den folgenden Arbeitsformen:

  • soziale Gruppenarbeit
  • Gemeinwesenarbeit
  • Einzelfallarbeit

Trauma, Bindungsstörung und soziale Arbeit

In der stationären Jugendhilfe arbeiten Sozialarbeiter und Pädagogen häufig mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen, die in ihrem bisherigen Leben viele negative Erfahrungen sammeln mussten und daher oftmals Entwicklungsverzögerungen und Bindungsstörungen zeigen. Trennungen, Gewalt in der Familie, Misshandlungen, Vernachlässigungen und Zurückweisungen sind dafür verantwortlich, dass sich die Heranwachsenden nicht altersgerecht entwickeln und/oder ernsthafte Bindungsstörungen aufweisen.

Ein Trauma ist dadurch gekennzeichnet, dass es nicht durch übliche Strategien überwunden werden kann und sich daher nachhaltig negativ auf die Lebenssituation des Betroffenen auswirkt. Dieser kann die Traumatisierung nicht eigenständig verarbeiten und befindet sich so in einer ausweglosen Situation. Hier greift zwar der natürliche Überlebensinstinkt des Menschen, doch eine adäquate Aufarbeitung bedarf einer professionellen Unterstützung.

In der sozialen Arbeit spielen nicht nur Traumen eine Rolle, sondern auch Bindungsstörungen. Verschiedene Wissenschaftler haben sich in der Vergangenheit mit den zugrundeliegenden Mechanismen befasst und so Bindungstheorien entwickelt. Demnach sind vor allem die ersten Jahre entscheidend für den Aufbau enger Beziehungen zu den Bezugspersonen. Kann ein Kind seinem Bedürfnis nach Nähe und Schutz nicht adäquat nachgehen beziehungsweise erfährt keine angemessene Beziehung, können Bindungsstörungen die Folge sein.

Behandlung von Bindungsstörungen

Bindungsstörungen werden der ICD-10-Klassifikation entsprechend als gestörte soziale Funktionen definiert. Die Therapie erweist sich zuweilen als schwierig und kann oftmals nicht mittels psychotherapeutischer Verfahren gelöst werden. In der Regel ist zumindest eine intensive Einbindung der Bezugspersonen dabei von großer Bedeutung. In der sozialen Arbeit zeigen sich dabei oftmals die Grenzen, denn Eltern, die ihre Kinder vernachlässigt oder misshandelt haben, können mitunter kein sicheres Umfeld mehr für ihren Nachwuchs schaffen. Zumindest zunächst ist die emotionale Beziehung möglicherweise so sehr gestört, dass eine Unterbringung in der stationären Jugendhilfe anzuraten ist. Dort wird den Kindern und Jugendlichen ein sicheres Umfeld mit Sozialarbeitern und Pädagogen als verlässliche Bezugspersonen geboten. Die Kinder können so lernen, Vertrauen zu fassen. Dabei darf man die Langzeitfolgen frühkindlicher Traumen auf keinen Fall unterschätzen. Die Möglichkeiten der sozialen Arbeit können betroffenen Kindern und Jugendlichen zwar sehr zugutekommen, aber dennoch zeigen diese nicht selten große Aggressionen und lassen sich mit sozialer Arbeit allein kaum adäquat behandeln. Die soziale Arbeit muss sich demnach ihrer Grenzen bewusst sein und vor allem bei der Behandlung von traumatisierten Kindern mit Bindungsstörungen gegebenenfalls auch Psychotherapeuten und Ärzte in die Behandlung einbeziehen.

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